CD-Rezension in der Bergischen Morgenpost vom 08.10.2013:

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                          

 


CD-Rezension im "Dynamite!" - Magazin 5/2010:

  

CD-Rezension von Christian Reder ( www.deutsche-mugge.de ) :

Die 2007 gegründete Band "Heart Devils", bestehend aus Rolf Kaudelka (voc, ac-g, harp), Joachim Heinemann (uppright bass) und dem ehemaligen ACE CATS-Gitarristen Thomas Szalaga (voc, ac-lead-g, harp), veröffentlichte in diesem Monat ihre erste CD. Der Silberling heißt "mmh... Alright!" und beinhaltet 14 akustische Rock'n Roll-, Country- und Folk-Nummern. Die "Heart Devils" spielen in Trio-Besetzung mit zwei Akustik-Gitarren und Kontrabass und verzichten komplett auf ein Schlagzeug oder Percussion. Dafür ziehen sie ihr Publikum mit 2-stimmigem Satzgesang in ihren Bann. Songs von den Everly Brothers, Johnny Cash u.a. wurden für das Album in dieser Besetzung umarrangiert und neu eingespielt. Das Ergebnis ist ein Album, das jeder Rock'n'Roll- oder Folk-Fan sein Eigen nennen sollte.
Was der Mainstream vielleicht als "antiquiert" oder "von gestern" abtun würde, versetzt den Kenner geradezu in Verzückung. Der erste Titel "Gone Gone Gone" ist der Beginn einer musikalischen Zeitreise, bei der man nur schwerlich seine Gliedmaßen stillhalten kann. Die Musik geht ins Bein, das Fehlen eines Schlagzeugs fällt überhaupt nicht auf. Dieser erste Eindruck setzt sich auch im zweiten Titel "Rocky Top" fort. Eine mitreißende Umsetzung eines amerikanischen Country- und Bluegrass-Klassikers, der erstmals von den Osborne Brothers und später auch von Lynn Anderson vorgetragen wurde. Diese neuarrangierte Nummer steht den eben genannten Versionen in nichts nach. So reiht sich ein Knaller an den anderen, und die CD weist im Verlauf keinerlei Schwachstellen auf. Zu erwähnen wären außerdem noch der Song "On The Wings Of A Nightingale" von den Everly Brothers, der in der Version der "Heart Devils" frisch und ewig jung daherkommt. Die von Paul McCartney komponierte Nummer ist zeitlos schön arrangiert worden und überzeugt ebenso wie alle anderen Songs dieser Scheibe durch die technischen Feinheiten und den Satzgesang. Dann wäre da noch der Johnny Cash-Klassiker "Ring Of Fire", den ich in so einer Vortragsform noch nicht gehört habe, und der mich ebenfalls sofort begeistert hat. Ganz großes Kino! Nicht nur Klassiker von vor 40 Jahren und mehr finden sich auf "mmh... Alright" wieder, auch ein Song der jüngeren Vergangenheit hat sich hierher verirrt. Der Titel "Torn" von Natalie Imbruglia (1997) wurde von den drei Herren umarrangiert und in eine schöne Country-Nummer mit Folk-Elementen verwandelt. Noch neuer dürften die Titel "Riding On A Greyhound" und "Miner" sein, die allesamt aus der Feder von Rolf Kaudelka stammen und wohl für dieses Album komponiert und betextet wurden. Zwischen den 12 Coverversionen sind das die beiden Eigenkreationen der Band, die von der Qualität und der Umsetzung her perfekt zu den anderen Liedern passen.
Alles in allem muss man sagen, dass die "Heart Devils" eine Musik machen, die den Hörer förmlich fesselt und zum Mitwippen und -schnippen animiert. Leider hat diese Art Musik in der heutigen Zeit kaum noch Chancen, kommerziell erfolgreich zu sein und einer großen Hörerschaft zu Gehör zu kommen, wenn man nicht gerade Brian Setzer heißt. Warum sie von den Medien gänzlich ignoriert wird, kann an dieser Stelle nicht geklärt werden. Fakt ist aber, dass es noch eine ganze Menge Fans gibt, die diese Musik lieben. Für diese "Nische" ist "mmh... Alright" ein richtiger Glücksfall. Die Platte strotzt vor Spielfreude und Ideenreichtum. Hier haben drei Männer verstaubten Klassikern neues Leben eingehaucht und lassen nur zwei Gitarren und einen Bass wie eine komplette Band klingen. Man höre sich nur "Driving My Life Away", im Original von Eddie Rabbit, an und urteile selbst... Diese Scheibe ist inhaltlich eine einzigartige Mischung aus Altem und Neuem und bekommt von mir das Prädikat "Besonders wertvoll".
(Christian Reder 12/2009)